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ATS verstehen: Wie Bewerbungssysteme deinen Lebenslauf lesen und woran sie scheitern

Ein ATS (Applicant Tracking System) ist ein Bewerbungssystem: Es liest den Text aus deinem Lebenslauf heraus und ordnet ihn Feldern wie Name, Kontakt und aktuellem Arbeitgeber zu. Was für Menschen übersichtlich aussieht, kann für diese Software schwer lesbar sein.

Von Bernhard GötzendorferAktualisiert am

Kurz gesagt

Ein Bewerbungssystem liest den Text deines Lebenslaufs aus und füllt damit Felder wie Name, Kontakt und aktuellen Arbeitgeber. Scheitern kann das an Spalten, Tabellen, Grafiken, an Text in Kopf- und Fußzeilen und an eingescannten Dokumenten. Sicher ist ein PDF oder Word-Dokument mit echtem Text, gängigen Überschriften und einer Reihenfolge von oben nach unten.

Was ein ATS tut

Lädst du deinen Lebenslauf hoch, liest ein Bewerbermanagementsystem den Text heraus und ordnet ihn Feldern zu. Personio etwa überträgt Vorname, Nachname, Ort, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, aktuellen Arbeitgeber, aktuelle Rolle und Berufsjahre ins Profil der Bewerbung. Danach lässt sich nach diesen Angaben filtern.

Dieses Auslesen heißt CV-Parsing. Klappt es nicht, hängt dein Dokument nur als Datei an der Bewerbung, und jemand muss deine Angaben von Hand eintragen. Greenhouse beschreibt genau diesen Fall in seiner Hilfe.

Wo das Auslesen scheitert

Greenhouse nennt als typische Ursachen für ein misslungenes Auslesen:

  • Lebensläufe mit Spalten-Layout.
  • Tabellen, Kopf- und Fußzeilen, vor allem wenn Name und Kontakt dort oder in einem Textfeld stehen.
  • Grafiken, Fotos oder Schmuckschrift.
  • Ein Lebenslauf, der als Bild statt als Dokument hochgeladen wird.
  • Buchstaben mit Leerzeichen dazwischen, fehlende klare Abschnitte und wechselnde Formate.
  • Dateien über 2,5 MB, etwa mit vielen hochauflösenden Bildern.

Was maschinenlesbar bedeutet

Maschinenlesbar heißt nicht schmucklos. Es heißt: Die Reihenfolge, in der ein System den Text liest, entspricht der Reihenfolge, in der ein Mensch ihn versteht. Kontaktdaten, dann Berufserfahrung von aktuell nach älter, dann Ausbildung, dann Kenntnisse, jeweils unter gängigen Überschriften wie „Berufserfahrung“ statt eigener Wortschöpfungen.

Eine zweispaltige Gestaltung ist deshalb ein Risiko, aber kein Ausschluss. Entscheidend ist die Reihenfolge des Textes im Dokument selbst. Steht er dort in einer sinnvollen Abfolge, kann ein System ihn lesen wie ein einspaltiges Dokument, egal wie er am Bildschirm angeordnet ist.

Beim Dateiformat sind ein aus Text erzeugtes PDF und eine Word-Datei üblich; Personio etwa nimmt zum Auslesen PDF und DOCX. Ein eingescanntes oder als Bild gespeichertes Dokument enthält für das System keinen Text.

So erzeugt BewerbungsGenie deine PDFs

Die Vorlagen von BewerbungsGenie erzeugen PDFs mit echter Textebene: Der Text steht als Text im Dokument, nicht als Bild. Die zweispaltige Vorlage „Modern“ legt die Seitenspalte mit Kontakt, Kenntnissen und Sprachen im Dokument vor den Haupttext, damit ein System sie in einer festen Reihenfolge liest. Am schlichtesten ist die einspaltige Vorlage „AMS-kompatibel“ ohne Foto.

Ein Wasserzeichen gibt es in keinem Plan, auch nicht im kostenlosen.

Stichwörter ja, Erfindung nein

Viele Systeme machen den Text durchsuchbar, etwa nach Begriffen aus der Stellenanzeige. Das spricht dafür, die Sprache der Anzeige aufzugreifen, wenn sie zu deiner Erfahrung passt: „Projektmanagement“ statt nur „Projekte geleitet“, wenn die Anzeige genau diesen Begriff verwendet. Auch das AMS rät, wichtige Begriffe aus der Stellenbeschreibung in die Unterlagen einzubauen.

Fähigkeiten, die du nicht hast, schreibst du nicht hinein, nur weil das Wort in der Anzeige steht. Ein Stichwort ohne Erfahrung dahinter fällt spätestens im Gespräch auf. Die Belegprüfung von BewerbungsGenie markiert solche Stellen vor jedem PDF: Formulierungen dürfen sich an die Anzeige anlehnen, Fakten nicht.

Fünf Punkte und ein Selbsttest

Ein Selbsttest in zwei Minuten: Öffne dein PDF, markiere den ganzen Text und kopiere ihn in ein leeres Textdokument. Stehen Name, Stationen und Jahreszahlen dort in einer sinnvollen Reihenfolge, ist die Textebene in Ordnung. Dann geh diese Punkte durch:

  1. Kontakt, Berufserfahrung, Ausbildung und Kenntnisse in dieser Reihenfolge, auch wenn die Gestaltung anders wirkt.
  2. Gängige Überschriften statt eigener Namen für Abschnitte.
  3. Name und Kontakt in den Text, nicht in Kopfzeile, Fußzeile oder Textfeld.
  4. Als PDF aus einem Textdokument exportieren, nie als Scan oder Bild.
  5. Stichwörter aus der Anzeige nur dort, wo echte Erfahrung dahintersteht.

Was BewerbungsGenie macht und was nicht

Das macht BewerbungsGenie

  • Erzeugt deinen Lebenslauf als PDF mit echter Textebene, in jedem Plan ohne Wasserzeichen.
  • Markiert vor dem PDF jede Aussage, die in deinem Profil keinen Beleg hat.

Das macht BewerbungsGenie nicht

  • Prüft nicht, wie ein bestimmtes Bewerbungssystem deinen Lebenslauf ausliest. Einen ATS-Score gibt es bei BewerbungsGenie nicht.
  • Schreibt keine Stichwörter in deinen Lebenslauf, die dein Profil nicht belegt.

Häufige Fragen

Erkennt ein ATS auch kreative Lebensläufe mit viel Grafik?

Teilweise, aber unzuverlässig. Grafiken, Spalten und Text in Kopf- oder Fußzeilen erhöhen laut Greenhouse das Risiko, dass Angaben falsch oder gar nicht ausgelesen werden. Wenn du die Wirkung in der Hand behalten willst, ist ein schlichteres, linear aufgebautes Dokument die sicherere Wahl.

Soll ich für jede Bewerbung andere Stichwörter einbauen?

Ja, wenn sie stimmen. Greif die Sprache der jeweiligen Anzeige auf, wo sie zu deiner Erfahrung passt; auch die Personaler:innen, die danach lesen, erwarten genau diese Begriffe.

Reicht ein Word-Dokument, oder muss es ein PDF sein?

Beides ist üblich, solange das PDF aus einem Textdokument stammt und kein Scan ist. Verlangt eine Anzeige ein bestimmtes Format, hat diese Angabe Vorrang.

Quellen

  1. Greenhouse Support: Unsuccessful resume parseabgerufen am
  2. Personio Hilfe: CV-Parsing für Bewerbendenprofileabgerufen am
  3. AMS: Ansprechender Lebenslauf, Anpassung an die Stellenausschreibungabgerufen am