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Lebenslauf Österreich: Was rein gehört, was nicht
Ein Lebenslauf muss vor allem eines sein: schnell lesbar. Das AMS gibt dafür eine klare Struktur vor, und bei zwei Punkten — Foto und Geburtsdatum — liegen Rechtslage und Gewohnheit weiter auseinander, als viele annehmen. Dieser Ratgeber zeigt dir, was tatsächlich hineingehört, was du bewusst weglassen kannst und wie sich Österreich dabei von Deutschland unterscheidet.
Der tabellarische Lebenslauf ist der Standard
Das AMS empfiehlt für Österreich klar den tabellarischen Lebenslauf: übersichtlich, chronologisch, ohne Schnörkel. Die Reihenfolge ist dabei fast immer dieselbe — persönliche Daten (mit oder ohne Foto), Berufserfahrung von der aktuellsten Station rückwärts, Ausbildung, Kenntnisse und Fähigkeiten, zuletzt optional Soft Skills oder Interessen.
Zur Länge: ein bis zwei A4-Seiten, je nach Berufserfahrung. Schriftart und -größe bleiben über das ganze Dokument gleich — eine gut lesbare Schrift in etwa 11 Punkt ist eine sichere Wahl. Verspielte Schriften oder wechselnde Formatierung gehören nicht in eine Bewerbung, sie kosten nur Lesbarkeit.
Foto und Geburtsdatum: Pflicht ist etwas anderes als Praxis
Rechtlich ist beides in Österreich nie Pflicht. Das Gleichbehandlungsgesetz schützt dich im Bewerbungsverfahren vor Benachteiligung wegen Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Weltanschauung, Alter und sexueller Orientierung — ein Arbeitgeber darf deine Unterlagen nicht allein deshalb ablehnen, weil ein Foto fehlt.
In der Praxis bleibt ein Foto im deutschsprachigen Raum trotzdem verbreitet; das AMS selbst nennt es „üblich, aber nicht verpflichtend". Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand und Staatsangehörigkeit kannst du angeben, musst es aber nicht. Was dagegen in keinen Lebenslauf gehört: Angaben zu Gesundheit, religiöser Ausrichtung, politischer Zugehörigkeit oder sexueller Orientierung — davon rät das AMS ausdrücklich ab.
Deshalb sind Foto und Geburtsdatum bei BewerbungsGenie optional-by-default: Du entscheidest, ob sie ins Profil und damit in deinen Lebenslauf kommen. Wer sie weglässt, bekommt kein schlechteres Dokument — nur eines mit weniger Angriffsfläche für Vorurteile, die mit deiner Qualifikation nichts zu tun haben.
Unterschied zu Deutschland: strenger gehandhabt, nicht anders geregelt
Die Rechtslage ist in Deutschland ähnlich: Auch das deutsche Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet, ein fehlendes Foto als Ablehnungsgrund zu werten. In der Praxis ziehen deutsche Unternehmen daraus aber deutlichere Konsequenzen als österreichische — viele große Konzerne haben das Foto-Upload-Feld in ihren Online-Bewerbungsformularen inzwischen ganz entfernt, um jedes Diskriminierungsrisiko im Verfahren von vornherein auszuschließen.
Für dich heißt das: Bewirbst du dich bei einem deutschen Unternehmen, ist ein Foto im Schnitt seltener erwartet als bei einem österreichischen. Im Zweifel hilft ein Blick auf das Bewerbungsformular selbst — bietet es gar kein Foto-Feld an, ist die Antwort schon gegeben.
Was inhaltlich zählt
Wichtiger als die Foto-Frage ist fast immer, was bei der Berufserfahrung steht. Für jede Station gehören hinein:
- Zeitraum, Arbeitgeber, Position — in dieser Reihenfolge, damit sowohl ein Mensch als auch ein Bewerbungssystem dieselbe Struktur erkennen.
- Zwei bis vier Zeilen zu Aufgaben und, wo möglich, einem konkreten Ergebnis statt nur einer Tätigkeitsbeschreibung.
- Sprachkenntnisse mit Niveau (A1 bis C2 oder Muttersprache) statt vager Angaben wie „gute Kenntnisse".
- Ausbildung mit Abschluss, Institution und Zeitraum — auch ohne Abschluss angeben, wenn die Ausbildung für die Stelle relevant war.
In vier Schritten zum AMS-tauglichen Lebenslauf
Eine kurze Routine für die nächste Überarbeitung:
- Reihenfolge festlegen: persönliche Daten, Berufserfahrung rückwärts chronologisch, Ausbildung, Kenntnisse.
- Foto und Geburtsdatum bewusst entscheiden — nicht aus Gewohnheit einfügen, sondern weil du es willst.
- Sensible Angaben (Gesundheit, Religion, Familienplanung, sexuelle Orientierung) konsequent weglassen.
- Format vereinheitlichen: ein bis zwei Seiten, eine Schriftart, durchgängig gleiche Formatierung.