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Bewerbung mit KI schreiben: erlaubt, sinnvoll und woran man sie erkennt

Ob du ein Chat-Tool nutzt, einen Generator oder ein Werkzeug mit Belegprüfung: Die Arbeit am Entwurf bleibt bei dir.

Von Bernhard GötzendorferAktualisiert am

Kurz gesagt

Verboten ist es nicht. In einer Umfrage von karriere.at unter 1.005 Nutzer:innen hat jede:r Zweite schon KI für Bewerbungsunterlagen verwendet. Sinnvoll ist das, wenn am Ende jeder Satz stimmt und nach dir klingt. Laut karriere.at erkennen Personaler:innen KI-Texte an Mustern. Riskant sind erfundene Angaben, ein austauschbarer Ton und persönliche Daten in offenen Chat-Tools.

Darfst du deine Bewerbung mit KI schreiben?

Ja. Ein Gesetz, das KI beim Schreiben der Bewerbung verbietet, gibt es in Österreich nicht. karriere.at fasst die Lage so zusammen: „Rechtlich darfst du KI einsetzen, solange du keine falschen Angaben machst.“ Die Grenze liegt beim Inhalt. Was in deiner Bewerbung steht, vertrittst du im Gespräch, auch wenn eine KI den Satz formuliert hat.

Auch Georg Konjovic, CEO von karriere.at, sieht darin kein Problem: „Am Einsatz von KI bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen ist nichts auszusetzen, solange das Ergebnis authentisch ist.“

Das ist keine Rechtsberatung. Verlangt eine Stellenanzeige ausdrücklich etwas anderes, klärst du das direkt mit dem Unternehmen.

Wie viele Jobsuchende nutzen schon KI?

karriere.at hat 1.005 Nutzer:innen befragt und die Ergebnisse am 27. Juli 2026 veröffentlicht. Ob die Umfrage für alle Bewerber:innen in Österreich steht, gibt karriere.at nicht an. Für zwei der Werte unten, 87 und 56 Prozent, nennt die Aussendung keine Basis. Weil insgesamt nur die Hälfte KI genutzt hat, können sie sich nur auf die KI-Nutzer:innen beziehen.

Am häufigsten setzen die Befragten KI fürs Bewerbungsschreiben ein. Gerade dort geht es laut Konjovic „um einen authentischen ersten Eindruck, als Ergänzung zum Lebenslauf und zu dessen Einordnung“.

  • 50 Prozent haben schon KI für Bewerbungsunterlagen verwendet. 2024 waren es 27 Prozent.
  • Von denen, die KI nutzen, haben 87 Prozent sie schon fürs Bewerbungsschreiben eingesetzt.
  • Für den Lebenslauf sind es 56 Prozent, 2024 waren es 23 Prozent.
  • 11 Prozent der KI-Nutzer:innen haben laut karriere.at auch schon ein Bewerbungsfoto generieren lassen.

Woran erkennen Personaler:innen einen KI-Text?

Eine Messung, wie oft Personaler:innen dabei richtig liegen, haben wir für Österreich nicht gefunden. Es gibt Einschätzungen aus der Praxis. Konjovic sagt: „Personaler*innen erkennen Unterlagen, die von der KI erstellt wurden, an bestimmten Mustern.“ Im Ratgeber von karriere.at heißt es, man erkenne sie „durch einen unpersönlichen Stil, generische Phrasen oder unnatürliche Perfektion“.

Der zweite Prüfpunkt kommt später. karriere.at: „Spätestens im Gespräch fällt auf, wenn die Persönlichkeit nicht zu den verwendeten Formulierungen passt.“ Prüf deshalb vorher, ob du jeden Satz im Gespräch mit einem Beispiel erklären kannst.

Auch ein schwacher Text fällt auf. Konjovic: „Wenn ein Bewerbungsschreiben heute generisch klingt und ein Lebenslauf Rechtschreibfehler enthält, deutet das darauf hin, dass Bewerber*innen die Technologie nicht oder nicht erfolgreich einsetzen.“

Im Anschreiben zeigen sich die Muster etwa so:

  • Sätze, die zu jeder Stelle passen würden, etwa „Mit großer Begeisterung habe ich Ihre Ausschreibung gelesen“.
  • Eigenschaften ohne Beispiel: „kommunikationsstark, teamfähig, belastbar“.
  • Ein gleichmäßiger Rhythmus, in dem jeder Absatz gleich lang ist und gleich endet.
  • Kein einziger Satz, der ohne genau diese Anzeige nicht hätte geschrieben werden können.

Welche Risiken hat eine Bewerbung mit KI?

Eine KI kann Fakten erfinden. Ein Sprachmodell gibt laut einem Beitrag der AK Vorarlberg zu KI im Job meist die Antwort, „die statistisch am wahrscheinlichsten ist“. Eine plausible Zahl ist deshalb nicht automatisch eine richtige. karriere.at beschreibt, wie das aussieht: „Plötzlich hast du angeblich fünf Jahre Erfahrung in der Projektleitung, obwohl du eigentlich nur ein Uni-Projekt betreut hast.“ Im Gespräch kann genau danach gefragt werden.

Auch der Ton wird schnell austauschbar. karriere.at: „Viele KI-Texte klingen auf den ersten Blick professionell, auf den zweiten aber erstaunlich ähnlich. Phrasen, gleiche Satzstrukturen, austauschbare Schlagworte.“ Dagegen helfen konkrete Beispiele aus deinem Berufsalltag, je eines pro Muss-Anforderung der Anzeige.

Und deine Daten landen beim Anbieter des Chat-Tools. Ein Lebenslauf enthält Name, Adresse, oft das Geburtsdatum und Details über frühere Arbeitgeber. Die AK Vorarlberg rät im selben Beitrag: „Gib auf keinen Fall vertrauliche Informationen, personenbezogenen Daten oder Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse in ein öffentliches KI-Tool ein!“ Ihre Begründung: „Viele KI-Systeme nutzen diese Daten für das Training ihrer Modelle.“ karriere.at empfiehlt Platzhalter statt echter Namen und Kontaktdaten und einen Blick in die Datenschutzbestimmungen des Tools.

Wie prüfst du einen KI-Entwurf, bevor du ihn abschickst?

Diese Checkliste funktioniert unabhängig vom Werkzeug:

  • Jede Zahl und jeder Zeitraum stimmt mit deinem Lebenslauf und deinen Zeugnissen überein.
  • Zu jedem Satz über dich fällt dir ein Beispiel ein, das du im Gespräch erzählen kannst.
  • Mindestens zwei Absätze beziehen sich auf Muss-Anforderungen genau dieser Anzeige.
  • Eigenschaften ohne Beleg („motiviert“, „teamfähig“) sind gestrichen oder durch ein Beispiel ersetzt.
  • Die Anrede steht in der Sie-Form, der Name der Ansprechperson ist richtig geschrieben.
  • Du hast den Text laut gelesen und umformuliert, was nicht nach dir klingt.
  • Die Rechtschreibung ist geprüft, auch bei Firmen- und Produktnamen.
  • Vor der Eingabe in ein Chat-Tool hast du Name, Adresse, Geburtsdatum und Interna deines Arbeitgebers durch Platzhalter ersetzt.

Chat-Tool, Generator oder Werkzeug mit Belegprüfung: Was passt zu dir?

Die drei Arten von Werkzeugen arbeiten unterschiedlich. Die Tabelle zeigt, was du bei jeder selbst prüfen musst.

Drei Arten von KI-Werkzeugen für die Bewerbung
KriteriumOffenes Chat-ToolGenerator mit VorlageWerkzeug mit Belegprüfung
Wie es arbeitetDu beschreibst im Chat, was du brauchst, und überarbeitest im Dialog.Du füllst Felder aus, das Werkzeug setzt ein Anschreiben nach Vorlage zusammen.Du legst zuerst ein Profil an, der Entwurf entsteht daraus und wird gegen das Profil geprüft.
Woher die Fakten kommenAus deinem Prompt und aus dem, was das Modell für wahrscheinlich hält.Aus deinen Feldern und den Textbausteinen der Vorlage.Aus deinem Profil. Was dort nicht steht, wird markiert.
Was du selbst prüfstJede Zahl und jede Behauptung.Ob die Bausteine zu dir und zur Stelle passen.Ob dein Profil stimmt, und jede Markierung.
Deine DatenHängt vom Anbieter ab: Lies nach, ob Eingaben gespeichert oder zum Training genutzt werden.Hängt vom Anbieter ab.Hängt vom Anbieter ab. Für BewerbungsGenie steht es im nächsten Abschnitt.
Aufwand vorherGering.Gering.Höher: Das Profil muss einmal stehen.
Passt, wenn …du selbst gut formulierst und nur Anstöße brauchst.du schnell eine Struktur brauchst.du dich auf mehrere Stellen bewirbst und jede Aussage belegt haben willst.

Wie arbeitet BewerbungsGenie mit KI?

BewerbungsGenie gehört zur dritten Spalte. Konkret:

  • Anschreiben zur Stelle: Die KI entwirft es aus deinem Profil, in Free inklusive. Die Anrede bleibt die Sie-Form. Den Ton wählst du selbst, nüchtern, warm oder direkt, und du kannst eigene Textbeispiele hinterlegen. Jeden Absatz kannst du neu formulieren lassen.
  • Belegprüfung: Jeder Absatz wird mit deinem Profil abgeglichen, Zahlen und Zeiträume auch inhaltlich. Einen unbelegten Satz markieren wir, statt ihn still zu löschen. Du ergänzt den Beleg im Profil oder entfernst den Satz. Bis dahin bleibt das PDF gesperrt.
  • Kennzeichnung: In der App steht unter jedem KI-Dokument „KI-Vorschlag, prüfe die Belege.“ Dein erster Lebenslauf entsteht ohne KI direkt aus deinen Profilangaben.
  • Lebenslauf zuschneiden: Auf eine einzelne Stelle zugeschnitten wird er mit Premium oder Karriere-Boost.
  • Deine Daten: Profil und Dokumente liegen bei Supabase in Frankfurt. Für die KI-Schritte gehen Profil- und Stellendaten an Google (Gemini API) in den USA, auf Basis des EU-US Data Privacy Framework. Wir nutzen die bezahlte API-Stufe: Google verwendet deine Daten nicht zum Training und speichert sie nur begrenzte Zeit, um Missbrauch zu erkennen.

Was BewerbungsGenie macht und was nicht

Das macht BewerbungsGenie

  • Entwirft dein Anschreiben zur Stelle aus deinem Profil.
  • Gleicht mit der Belegprüfung jeden Absatz mit deinem Profil ab und markiert, was dort nicht steht.
  • Sperrt das PDF, solange ein Satz unbelegt ist.
  • Zeigt in der App unter jedem KI-Dokument den Hinweis „KI-Vorschlag, prüfe die Belege.“

Das macht BewerbungsGenie nicht

  • Verspricht nicht, dass niemand die KI bemerkt. Das kann niemand versprechen.
  • Erkennt keine Fehler in deinem Profil: Die Belegprüfung vergleicht mit dem, was dort steht.
  • Arbeitet bei der Prüfung teilweise selbst mit KI und kann sich irren. Deshalb entscheidest du bei jeder Markierung.
  • Schickt keine Bewerbung für dich ab und gibt keine Rechtsauskunft.

Häufige Fragen

Ist ein Anschreiben mit KI ein Nachteil?

Nicht an sich. Laut Konjovic entscheiden Authentizität und Qualität: „Neben der Authentizität ist die Qualität der Unterlagen letztlich ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg der Bewerbung.“ Ein Entwurf, den du mit der Checkliste oben geprüft hast, erfüllt beides eher als ein ungeprüfter.

Muss ich angeben, dass ich KI verwendet habe?

Eine gesetzliche Pflicht dazu kennen wir nicht. Die KI-Verordnung der EU verlangt einen Hinweis bei KI-Texten nur, wenn sie veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren. Eine Bewerbung an ein Unternehmen gehört nicht dazu. Fragt dich das Unternehmen danach, antworte ehrlich. Das ist keine Rechtsberatung.

Soll ich meinen Lebenslauf in ein Chat-Tool kopieren?

Nur ohne persönliche Daten. Ersetze Name, Adresse, Geburtsdatum und Arbeitgeber-Interna durch Platzhalter und lies vorher nach, was das Tool mit deinen Eingaben macht.

Kann BewerbungsGenie garantieren, dass niemand die KI bemerkt?

Nein. Wir sorgen dafür, dass jeder Satz auf einen Eintrag in deinem Profil zurückgeht und du siehst, auf welchen. Umformulieren kannst du alles. Was du abschickst, ist deine Bewerbung.

Was kostet ein Anschreiben bei BewerbungsGenie?

Anschreiben erstellst du in Free ohne Kosten; begrenzt ist dort nur die Zahl der KI-Anfragen im Monat. Willst du zusätzlich den Lebenslauf auf einzelne Stellen zuschneiden, brauchst du Premium um € 12,90 im Monat oder den Karriere-Boost um € 34,90 einmalig für drei Monate.

Quellen

  1. karriere.at über APA-OTS (27.07.2026): Umfrage unter 1.005 Nutzer:innen zu KI in Bewerbungsunterlagenabgerufen am
  2. karriere.at: Wie verwende ich KI-Tools in der Bewerbung richtig?abgerufen am
  3. AK Vorarlberg: KI im Job nutzen, was ist erlaubt?abgerufen am
  4. RTR KI-Servicestelle: AI Act, Transparenzpflichten nach Artikel 50abgerufen am
  5. Google: Gemini API Additional Terms of Service, Datennutzung in der bezahlten Stufeabgerufen am